Auszug aus der Rede zur Eröffnung einer Ausstellung in der Greifswalder Marienkirche

 

Wolfgang-Börries Roggemann gibt den Farben mehr Gewicht als den Formen.

Er verlagert die Wiedergabe der äußeren Erscheinung auf einen subjektiv empfundenen

Natureindruck. Das Figurative wird abstrahiert wiedergegeben.

 

Die Konturbindung ist vereinfacht, die Farben werden rein in summarischer Pinsel-

handschrift aufgetragen. Da, wo es dem Maler nicht notwendig erscheint, Figuratives

für die Bildaussage zu benötigen, wird es weggelassen.in einer verhalten expressiven

bis informellen Ausprägung erscheint in seinen Werken auf der Bildfläche ein viel-

schichtiges Stimmungsgefüge. Die Farbflecken und Farbtupfer sind Träger von Emotion,

von subjektiver Energie und rufen im Bildbetrachter Empfindungen hervor.

 

Der Maler transportiert die Bildaussagen im Wesentlichen über die Farbe. Über die Farbe wird das Gefühl angesprochen.

 

Antje Heinrich-Sellering, Kunsthistorikerin

 

 

 

Auszug aus der Rede zur Eröffnung der Ausstellung „Der blaue Punkt im Barometer“ am 6.April 2018 in der Eisfabrik, Hannover.

 

. . . . . „ da sehen wir die Landschaftsbilder von Wolfgang-Börries Roggemann, der in klassischer Technik, in Acryl auf Leinwand, landschaftliche Formationen vorstellt, die wir so oder so ähnlich gesehen zu haben glauben.

Es sind aber keine Abbilder der Wirklichkeit, keine präzisen Nachzeichnungen von gesehenen oder fotografierten Landschaftssituationen. Es sind vielmehr Landschaften im inneren des Künstlers, die uns hier in feiner Balance zwischen figürlicher Konkretion und Abstraktion vor Augen gestellt werden.

 

Uns erscheinen bald Bergpanoramen, die der Künstler zum Beispiel Watzmann nennt, nicht weil sie den originalen Watzmann abbilden, sondern weil es dem Künstler möglich erscheint, dass hier der Watzmann zu sehen ist.

 

Bald sehen wir abstrakte Strichlagen, die ein sehr sensibles, abgestimmtes Farbschema ergeben.

Und so nehmen wir in den kompositorisch sehr präzise austarierten Bildern von Wolfgang Roggemann Stimmungen wahr, die vom Inneren des Künstlers ins Äußere übertragen sind und in dem Übergang von Abstraktion zur Figur und zurück das Bild als Abbild infrage stellen.“

 

Stefan Becker